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Operation und Narkose

 
Nachwirkungen nach Narkosen - ein echtes Problem?

Jeder Patient, der sich einem operativen Eingriff unterziehen muss, macht Bekanntschaft mit dem «Narkosearzt» (Anästhesisten) und einem Anästhesieverfahren.

Noch heute herrscht in der Bevölkerung eine grosse Unsicherheit. Sehr viele Leute glauben, dass eine Allgemeinnarkose sehr oft mit Nachwirkungen verbunden ist. Früher klagten die meisten Patienten nach der Operation über Übelkeit und Erbrechen, wie auch über Vergesslichkeit. Wie sämtliche Fachgebiete der Medizin hat aber auch die Anästhesie in den letzten Jahren sehr grosse Fortschritte zum Wohle der Patienten gemacht. Aether und Chloroform sind zum Glück Vergangenheit.

Die meisten heutigen Medikamente, welche für eine Allgemeinanästhesie gebraucht werden, bleiben nur für kurze Zeit im Organismus. Damit ist die Verträglichkeit sehr viel besser geworden. Während früher die Narkose vor allem mit Gasen durchgeführt wurden, gibt es heute viele Medikamente, welche über die Vene dem Blutkreislauf zugeführt werden und sich durch eine viel bessere Verträglichkeit auszeichnen.

Übelkeit und Erbrechen nach Narkosen können zwar noch vorkommen, sind aber sehr selten geworden. Ebenso darf man heute davon ausgehen, dass Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen nach einer Vollnarkose selten auftreten. Heute kombiniert man in der Regel verschiedene Medikamente, um eine Narkose aufrechtzuerhalten. Kombinationen von Schlafmitteln, Schmerzmitteln und muskelerschlaffenden (curareartigen) Substanzen erlauben eine schonendere Narkose.

Am Vorabend der Operation besucht der Anästhesist den Patienten und bespricht mit ihm das geeignete Narkoseverfahren. Bei vielen Operationen (z.B. Leistenbruch-, Knie oder Hüftoperationen) ist es nicht mehr notwendig, das Bewusstsein auszuschalten. Ein grosser Teil der kann heute in irgendeiner Form einer Regionalanästhesie durchgeführt werden. Praktisch alle Kliniken bieten diese Möglichkeiten an.

Wichtig ist, dass der Patient während des Aufklärungsgeprächs seine Ängste und Wünsche dem Anästhesisten mitteilen kann. Nur so ist gewährleistet, dass das für den einzelnen Patienten optimale Verfahren zur Schmerzausschaltung zum Einsatz kommt. Schliesslich soll ja die gewählte Anästhesie zur vollen Zufriedenheit des Patienten, aber auch des operierenden Chirurgen und des Anästhesisten durchgeführt werden. Man sollte deshalb nicht zögern, Fragen zu Risiko, Vorteilen und Nachteilen der jeweiligen Anästhesietechnik zu stellen.

Mit Hilfe der Voruntersuchungen, die teilweise bereits durch den Hausarzt stattfinden, und den noch notwendigen Abklärungen am Eintrittstag schafft sich der Anästhesist ein Bild über den Gesundheitszustand des zu operierenden Patienten. Je nach Alter, Vorerkrankungen und Grösse des Eingriffes variiert die Anzahl der erforderlichen Untersuchungen. Letztlich tragen diese Abklärungen sehr viel für einen optimalen Ablauf der Anästhesie wie auch der Operation bei, Komplikationen und Nachwirkungen können weitgehend vermieden werden.

Sollte es trotzdem zu Problemen, zum Beispiel zu Übelkeit und Erbrechen kommen, so helfen die Betreuung durch speziell ausgebildetes Pflegepersonal im Aufwachraum oder der Intensivstation und geeignete Medikamente weiter. Gerade in den letzten Jahren wurden sehr wirksame Mittel entwickelt, die ihren Erfolg in unserer Arbeit beweisen.

Mit diesen Ausführungen möchte ich aufzeigen, dass eine Narkose heutzutage in der Regel sehr gut vertragen wird. Nur sehr selten kommt es zu zu Zwischenfällen und Komplikationen. Wichtig bleibt, dass der Patient den Anästhesisten genauestens über bestehende Krankheiten, eingenommene Medikamente und Genussmittel wie Alkohol, Drogen und Nikotin, über bekannte Unverträglichkeiten und Allergien wie auch über Erfahrungen während allfälligen früheren Operationen und Anästhesien informiert.

Nur so kann das für jeden Patienten massgeschneiderte Anästhesieverfahren gefunden und die Nachwirkungs- und Nebenwirkungshäufigkeit weiter gesenkt werden.

Dr. med. René Lötscher
Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin FMH,
Oberarzt am Kantonsspital Liestal
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