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Frauenleiden

 
Hormonersatztherapie 

Die Hormonersatztherapie (HET) ist wie kaum eine zweite Therapie unter der Aerzteschaft und unter den Anwenderinnen in Diskussion. Man versteht darunter die medikamentöse Therapie mittels Geschlechtshormonen (Oestrogene, Gelbkörperhormone, seltener Androgene) bei der Frau. Sie können aus natürlichen Quellen (pflanzlich oder tierisch) stammen und als Tabletten, Pflaster, Gel oder Spritze angewendet werden. Die HET ist deshalb so bedeutungsvoll, weil die Lebenserwartung der Frauen immer grösser wird und die HET einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Frau leisten kann.

Unbestritten ist der Nutzen der HET in der Behandlung von Wechseljahrbeschwerden, bei gewissen Krankheiten der Haut und der Schleimhäute, Depressionen, Beschwerden der Geschlechts- und Harnorgane, bei sexuellen Problemen, bei trockenen Augenkrankheiten, bei Schmerzen in Becken, Rücken und Gelenken und bei gewissen Hirnfunktionen. Vor jeder Anwendung von Hormonen muss allerdings eine klare Diagnose und Indikation gestellt werden. Eine HET muss mit jeder Anwenderin ausgiebig vorbesprochen werden, die Verordnung erfolgt unter Berücksichtigung der persönlichen Wünsche und des individuellen Risikos.

Die Dosis wurde in den letzten Jahren reduziert, Gelbkörperhormone kommen nur bei Anwenderinnen mit intakter Gebärmutter, in der Frühphase der klimakterischen Beschwerden oder bei besonderer Indikation zur Anwendung. Zu jeder Beratung gehört auch die Besprechung komplementärmedizinischer Behandlungen (Sojaprodukte, Homöopathie).
Die HET hat auch eine positive Wirkung auf die Prävention des Knochenverlustes (Osteoporose). Wichtig für die Knochengesundheit sind aber auch Sport, Nikotin- und Alkoholabstinenz sowie ein genügender Kalzium- und Vitamin D-Konsum.

Gross ist auch die Bedeutung der HET bei der Erkrankung der Herzkranzgefässe. Viel mehr Frauen sterben nämlich an der koronaren Herzkrankheit als an Krebs - die Wahrnehmung in der Bevölkerung ist aber genau umgekehrt! Die HET kann wirksam sein in der Verhütung der koronaren Herzkrankheit.

Das häufigste Argument, das gegen die Behandlung mit Hormonen angeführt wird, ist dasjenige der Krebsförderung. Das Risiko des Gebärmutterkörperkrebs kann durch die Anwendung eines Gelbkörperhormons im Rahmen der HET ganz stark reduziert werden. Die Erkrankungshäufigkeit an Brustkrebs ist auf sehr grosse Fallzahlen bezogen zwar ganz leicht erhöht. Allerdings beruhen diese Zahlen auf der Verwendung einer heute kaum mehr üblichen hohen Dosierung und unter fehlendem Gelbkörperhormonzusatz. Es gilt jedoch auch zu beachten, dass andere Faktoren einen viel grösseren Einfluss auf die Entstehung eines Brustkrebses haben: So zum Beispiel Krebs in der Familie, Kinderlosigkeit, Abstillen nach der Geburt, Alkoholkonsum und später Eintritt der letzten Blutung.

Die HET ist für sehr viele Frauen eine äusserst wirksame Therapie, denn sie fühlen sich darunter wohl und viele altersbedingte Beschwerden sind leichter zu ertragen. Eine HET darf aber niemals ohne intensive Aufklärung, ohne eingehende Abklärung und ärztliche Untersuchung und ohne regelmässige Kontrolle verordnet werden.

Dr. med. Peter Heiz, Gynäkologie und Geburtshilfe FMH,
Untere Rebgasse 16, 4058 Basel
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